Verfasst von: peggyjule | August 19, 2010

Unsere Reise geht nicht zu Ende …

Die Tage in Christchurch als Housekeeper verliefen sehr entspannt. Unsere freie Zeit verbrachten wir mit allen Bewohnern. So wurde zusammen gekocht, gegessen, Filme geschaut oder einfach nur abgehangen. So war Christchurch für uns wie das Leben in einer WG, eine weitere Facette in unserer Reise. Wellington war der Freundeskreis und Rotorua das Zuhause von Neuseeland.
Das hoch angeprisene Partyleben von Christchurch verlockte uns das ein oder andere Mal zum Ausgehen. Wie so oft blieben wir auch an dem einen Abend nicht lange alleine. Eine Junggesellentruppe von 40 Australien hat sich gut um uns gekümmert und gleich mal ihre Strandhäuser in Brisbane angeboten.
Unsere Christchurchzeit ging eine Woche früher als geplant zu Ende. Manchmal erfordern äußere Umstände auch Planänderungen. So führte uns dieser Weg wieder zurück auf die Nordinsel. Dabei kamen wir an einer Robbenbabykolonie vorbei. 50 aufgeweckte und verspielte Kameraden plantschen nur wenige Meter von uns entfernt im Wasser und trauten sich sogar an Land um uns genau zu beschnuppern.
Auf der Nordinsel angekommen, hieß es erstmal für eine Nacht: BACK TO BASE.  Noch einmal unsere geliebten Housekeeper wiedersehen und einen Abend in Erinnerungen schwelgen, um dann good bye zu sagen, aber hoffentlich nicht für immer.
Mit dem näherrücken Rotoruas wurde unsere Vorfreude auf unser neuseeländisches Zuhause immer größer. Das ließ auch das Racing Team Hornoff – Adlung zu Höchstgeschwindigkeit auftouren. Dies hielt so lange an, bis die neuseeländische Polizei mit Blaulicht die Verfolgung aufnahm. Mit dem Herz in der Hose und dem Schweiß auf der Stirn versuchten wir dem Polizisten mit unserem Charm und Dackelblick zu erweichen. Wieder einmal rettete uns der Welpenbonus und der freundliche Polizist verabschiedete sich mit den Worten: “Ich will eure Ferien nicht ruinieren”. In Rotorua angekommen, wurden wir überglücklich von unserem Farm-Vati in die Arme geschlossen. Trevi konnte uns genau sagen, wieviele Tage wir ihn warten haben lassen und umso mehr mussten wir die verbleibenden 3 Tage auf der Farm auskosten. So wurde zum letzten Mal gemolken, Kälbchen gefüttert, zu dritt im deutschen Sandwich Motorrad gefahren und Geburtshilfe bei einem Kälbchen geleistet. Hierbei fassten wir kurzerhand natürlich ohne Handschuhe in die Kuh :)
Zu Rotorua gehören natürlich auch Adrian & Gigi, sowie unser Lieblingsmechaniker Stan, bei denen wir uns zum Essen einluden. Am letzten Tag wurden wir von Stan mit unserem McScreamy zum Bahnhof gebracht, so wie es sich für ein Mechanikerfreund gehört, kümmert er sich um den Verkauf unseres geliebten Autos und überweist uns dann einfach die Knete. Wenn wir für diese Schrottkarre überhaupt noch ein paar Kröten kriegen.
Der letzte neuseeländische Abend sollte nun in Auckland mit ein paar alt bekannten Argentiniern stattfinden. Mit viel Alkohol und Zappelei starteten wir zu viert in diesen Abend und endeten damit, dass wir beide uns erst am nächsten morgen um 6 im Hostel wiedertrafen. Die perfekte letzte neuseeländische Nacht mit südamerikanischem Flair!
In 5 Monaten Neuseeland hat sich die ein oder andere Tonne an Klamotten und Mitbringsel angesammelt. Das gefiel der Mutti am Emirates Check-In gar nicht. Aus 18 kg vom Hinflug wurden dann kurzerhand 33 kg für den Rückflug :) So wurde also noch einmal panisch umgepackt und 100$ extra für Übergepäck geblecht. Vorm Bording wurden dann alle Klamotten aus dem Handgepäck einfach angezogen, weil das war leider auch viel zu schwer.

1 – 2 Spaß mit Robbenbabies nördlich von Kaikora
3 Geburtshilfe bei Kuh # 47
4 Anschließende Kälbchenbetreuung
5 Unser geliebter Farmvati Trevi
6 Lieblingsplatz auf der Farm mit Hot Milk Milo & Lonely Planet

Wehmut ist wahrscheinlich das richtige Wort, was beschreiben kann wie wir uns dabei fühlen dieses lieb gewonnene Land zu verlassen. Wir durften hier einfach nur das machen zu dem wir Lust hatten. Ganz ohne Verpflichtungen in den Tag hinein leben und genießen. Es wurde gelacht und geweint, einfach alles zu 100% gefühlt. Wir haben tolle Menschen kennen und lieben gelernt. Wir waren kurze Zeit ein Teil von Neuseeland und haben unsere Spuren hinterlassen. Wir wurden mit offenen Armen aufgefangen und mit Tränen verabschiedetet. Und das alles zu zweit, im Gleichschritt wenn auch manchmal gegen den Rhythmus sind wir uns immer näher gekommen. Wir hatten große Erwartungen an die Zeit und sie wurden übertroffen, immer wieder und nun kehren wir den Kiwis den Rücken und wissen eins: irgendwann kommen WIR wieder.

Wir danken euch für das fleißige Lesen und Beteiligen. Wir haben uns über jeden Kommentar riesig gefreut. Bis auf ein Wiedersehen daheim.

Unsere Reise geht nicht zu Ende, sie geht nur in eine andere Richtung!

Verfasst von: peggyjule | August 4, 2010

Pinguine, Delphine und Begegnungen der anderen Art

Genau diese 2 Nächte werden uns 3 wahrscheinlich immer in Erinnerung bleiben. Wir haben die Zeit dort ganz alleine in unserem eigenen kleinen Strandhaus sehr genossen, ein bisschen entspannt, viel geredet und unsere Nachbarn, die Pinguine besucht. Nur 10 Gehminuten enfernt befanden sich ungefähr 10 kleine Pinguine am Strand. Unser Besuch artete in ein Fotoshooting aus. Nach dieser kleinen Reisepause ging es nun weiter die Ostküste hinauf. Auf dem Weg lagen die ein oder anderen Sehenswürdigkeiten, die ganz abhängig von unsere Laune intensiv genossen oder auch nur mal schnell forografiert wurden. Ein ganz besonderer Höhepunkt war der Tunnelbeach, nicht weit von Dunedin entfernt. Hier kletterten wir auf den Klippen der Küsten entlang und ließen uns die Wellen so nah wie möglich kommen.
Nach diesem Höhepunkt rückte Christchurch und damit die verbundene Abreise von Franzi immer näher. Doch zuvor verbrachten wir wahrscheinlich den atemberaubensten Augenblick unsere ganzen Reise in Akaroa. Dort wollten wir mit Delphinen schwimmen. Schon die Anreise zu diesem kleinen traumhaften Örtchen wurde zu einem Abendteuer. Wieder einmal viel zu spät ausgecheckt und in extremer Zeitnot, dass das Boot nicht ohne uns abfährt versuchten wir mit sportlichem Fahrstil die verlorene Zeit wieder einzuholen. Leider hatten wir die Rechnung ohne den Leichenwagen und dem Liebespaar das ein Video während der 10 km/h schnellen Fahrt drehte gemacht. Doch wir haben es geschafft. Das Auto einfach irgendwo abgestellt rannten wir dann über den Steg auf die Anmeldung zu und entschieden uns noch ganz aus der Puste für den Wetsuite. Da es ein sehr sonniger Wintertag war, haben wir die 10 Grad Wassertemperatur einfach mal verdrängt. Kurze Zeit später hatten wir uns dann selbst in kleine Pinguinen verwandelt. Mit dem vollen Equipment ausgerüstet ging es nun mit dem Boot raus aufs Meer. Die schwierigste Aufgabe bestand darin die Delphine im offenen Meer zu finden und nicht seekrank zu werden. Doch da wir wieder mal mehr Glück als Verstand hatten geling uns beides. Die ersten Hector Delphine (die kleinsten ihrer Art) streiften unser Boot und nicht viel später befanden wir uns im eiskalten Ozean. Jule bewaffnet mit 2 Steinen, dessen Klopfen die heißbegehrten Meerestiere anziehen sollte. Ja und das tat sie dann auch die geschlagenen 45 MInuten die wir uns im Wasser befande und klagte später über starke Schmerzen im Arm. Ich (Peggy) für meinen Teil hatte zu tun mich bei diesem starken Wellengang überhaupt über Wasser zu halten. Aber alle Mühen wurden belohnt indem wir  zwischen den Delphinen schwammen die immer wieder zurück kehrten und mit uns ihr kleines Revier teilten. Immer wieder kamen vom Boot die Rufe: Look guys, over there, right next to you.  Und dann kam auch noch mein schon hundertmal gesagter Satz von Franzi: Mädels und jetzt stellt euch bitte einmal vor wo wir uns auf der Weltkarte befinden. Überglücklich und leicht unterkühlt verließen wir das Wassen wieder und verbrachten noch einen schönen sonnigen Tag in diesem kleinen Örtchen. Der nächste Tag sollte dann schon unser letzter zu dritt sein. Am Freitag morgen verabschiedeten wir Franzi wieder Richtung Heimat. Wir danken ihr das sie den weiten Weg zu uns gemacht hat und diesen Abschnitt unserer Reise begleitet und noch besonderer gemacht hat.
Um uns von Franzis Abschied etwas abzulenken begaben wir uns auf eine Christchurch Sightseeing-Tour. Doch diese sollte nicht so harmlos enden, wie sie begann. Wir schauten uns voller Begeisterung die Cathedral Christ im Stadtzentrum an. Dort begegneten wir einem zunächst sehr sympathisch wirkenden alten Mann, der uns mehr über das Bauwerk erzählte. Er wollte uns dann sogar auf ein Kaffee einladen und uns die Stadt zeigen, das war uns jedoch etwas zu viel. 2 Tage später wollten wir völlig ahnungslos frühstücken, da kam die Hostelmutti zu uns und meinte: ihr habt Besuch! Wer kann das wohl sein? Und da stand er, der Kirchenopa. Wir hatten wohl beiläufig erwähnt auf welcher Straße unser Hostel ist. Er hat sich dann wohl die Mühe gemacht und lief jedes Hostel auf dieser Straße ab, nur um uns zu finden. Wir schienen ihn wohl ganz schön beeindruckt zu haben. Er wollte wissen wie es uns so geht und wie lange wir noch in der Stadt sind und warum wir nicht neulich mit ihm einen Stadtspaziergang machen wollten. Ich (Jule) warf dann gleich ein, dass wir bald das Hostel wechseln. Darauf hin wollte er natürlich wissen wo wir hinziehen. Peggy notierte es ihm dann gleich. Ich dachte nur: was machen wir hier eigentlich? Das war echt ein sehr merkwürdiger Stalker-Opa. Hoffentlich gibt es keine Fortsetzung dieser merkwürdigen Begebnung.
Etwas rastlos begaben wir uns nun auf erneute Jobsuche in Christchurch und wurden schon am zweiten Tag fündig. Ein kleines Hostel ist nun für die nächsten 2 Wochen Wohnort und Arbeitgeber zugleich. Ja wir machen wieder mal reene;)

1 Strandhaus
2 Blick vom Strandhaus
3 Die 3 fliegenden Pinguine am Slope Point
4 Schafe ueber Schafe
5 Kiss a penguin
6 Strand (fragt ja nicht welcher :) )
7 Punika Falls
8 Nugget Point
9 – 11Tunnel Beach Track
12 Die 3 Eroberer der Suedinsel
13 Akaroa
14 Hector Delphin
15 Kurz vorm Sprung ins kalte Nass
16 Moewen moegen auch Doritos
17 Christchurch – Jetzt sind wir wieder zu zweit

Verfasst von: peggyjule | Juli 26, 2010

Zu dritt in den Süden

Von einem traumhaften Panorama wurden wir auf der Südinsel empfangen. Unser erster Stop hieß das kleine Städtchen Nelson. Dies bot neben einem echten deutschen Wurstladen ein gemütliches kleines Hostel, mit frisch gebackenem Brot und äußerst nettem Hostelvati, was uns das Ankommen auf der Südinsel noch leichter machte. Von hier aus erkundeten wir am ersten Tag die Golden Bay und verbrachten dann noch eine Nacht in Nelson, was uns eine sehr lustiges Ereignis bescherte. Gegen um 3 nachts holte uns einer Sirene aus unserem Tiefschlaf. Eh wir jedoch verstanden haben das dies nicht zum Traum gehört und wahrscheinlich auch kein Probealarm ist, vergingen ein paar Minuten. Spätestens als unsere Zimmergenossen sich anzogen haben bin ich (Peggy) dann auch panisch aus dem Bett gesprungen. Ich habe schon mein Leben an mir vorbei rennen sehen und habe in meiner kontrollierten Panik Klamotten angezogen, Tasche und Koffer gepackt und stand vollbepackt im Raum als mich Jule fragte: Was machen wir denn jetzt? Der erste Gedanke der mir durch den Kopf schoß war nur:  Ich muss den Koffer mitnehmen. Nimm alles mit! Als Jule mich dann auslachte entschied ich mich dann doch gegen meinen Koffer und wir verliesen das Hostel nur mit Handgepäck fluchtartig. Da standen wir nun mitten in der Nacht vorm Hostel mit der Handetasche inmitten der anderen Hostelbwohner. Natürlich waren nur die blöden Deutschen auf die Idee gekommen das Handgepäck mitzunehmen. Nur gut das ich den Koffer drin gelassen habe. Das Feuer entpuppte sich nur als etwas Gas was ausgetreten war und wir durften alle wieder schlafen gehen.
Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg Richtung Westküste. Autofahren gehört hier nun zu einer unsere Hauptbeschäftigungen und dies ist hier im neuseeländischen Winter in einer Karre ohne Heizung eine echte Herausforderung. Unsere Route enlang der Westküste begann mit dem Besuch einer Seehundkolonie. Weiter ging es zu den weltbekannten Pancake Rocks und der Tag endete mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang in Hokitika. In einem sehr schönen Hostel direkt am Meer buchten wir dann für den nächsten Tag einen kleinen Heliflug über den Gletscher. Am nächsten Morgen machten wir uns voller Vorfreude auf den Weg und erkundeten den Franz Josef Gletscher von oben. Inklusive einer Landung im Schnee  auf dem Gletscher ließ uns fühlen wir im Film. Beflügelt von diesem Erlebnis erkundeten wir an diesem Tag dann noch ganz bodenständig den benachbarten Foxgletscher und den Lake Matheson. Der Abend klang gemütlich zu dritt in einer Ein-Mann-Sauna aus.

Am nächste Morgen führte uns der Weg nach Wanaka, vorbei an unglaublich schönen Wasserfällen und Wäldern. Unterwegs gab es noch ein kleines Fotoshooting auf dem Haast-Pass, ein malerischer Sonnenuntergang und natürlich klirrende Kälte in unserem Auto. Da man in Wanaka außer Skifahren und Souvenir kaufen nicht mehr viel machen kann, entschlossen wir uns ganz klar für letzteres :) Anschließend ging die Fahrt weiter Richtung Queenstown. McScreamy schien von den letzten hunderten Kilometern sehr erschöpft zu sein. So entschied er sich für kurze temporäre Ausfälle. Einfach so. Mitten im Verkehr. Ein paar freundliche Männer halfen uns dann das Auto von der Kreuzung zu schieben. Mit letzten Kräften schaffte es dann McScreamy in die Werkstatt. Völlig in Sorge über unsere bald schrumpfende Reisekasse bangten wir eine Stunde um unser Auto. Lächerliche $ 53 kosteten uns dann ein paar neue Zündkerzen. Gut gelaunt ging es dann auf zum Hostel. Doch die Nacht sollte nicht so friedlich enden. Nachts um 3 wurden wir dann plötzlich von einem ins Zimmer geworfenen Rucksack geweckt. Es folgten 2 völlig betrunkene Jungs, die kaum aufrecht stehen konnten und glücklicherweise in ihren eigenen Betten landeten.

Am nächsten Morgen habe ich mich (Jule) dann spontan zu einem Paraglideflug entschieden. 10 Minuten nach der Buchung im Hostel ging es auch schon direkt los. Es ging hoch auf 1700m, bis zu den Knien im Schnee versunken, sagte mein Pilot: “Renn so schnell du kannst und wenn du denkst du kannst nicht schneller, renn schneller!” Nach einem Schritt waren wir in der Luft. “Welcome to my office” waren seine Worte als wir in der Luft waren. Es war atemberaubend. Ein gigantisches Gefühl durch die Luft zu schweben mit einem einmaligen Panorama. Kurz vor der Landung gab es dann noch einen kleinen Spinn, bei dem ich meinem Piloten lautstark ins Ohr prüllen musste.
Peggy und Franzi waren in der Zeit auf Erkundungstour in Queenstown. Sie sind mit der Gondel gefahren. Anschließend ging es dann wieder zu dritt mal wieder in einen Perlenladen, danach ging es weiter nach Te Anau. Da unserem Auto wohl doch keine neuen Zündkerzen fehlten und er sich erneut dafür entschied während der Fahrt einfach aus zu gehen, haben wir beschlossen, den folgenden Tag per Bustour zu erfahren. So ging es am nächsten Tag per Touribustour nach Milford Sound, dem wohl bekanntesten Fjord Neuseelands. Dort angekommen erwartete uns eine atemberaubende Landschaft, riesige Berge und tiefe Schluchten, die wir per Boot erkundeten. Heute morgen ging es dann weiter zum südlichsten Punkt der Insel. Die nächsten beiden Nächte verbringen wir in unserem Strandhaus, mit Kamin und Katzen und ein paar internationalen Freunden :)

1 Tauranga Bay
2 Pancake Rocks
3 Die 3 Südinsel-Eroberer
4 Westküste der Südinsel
5 Sonnenuntergang in Hokitika
6 Lake Wahapo
7 – 9 Heliflug übern Franz Josef Gletscher
10 Spass auf dem Haast-Pass
11 Sonnenuntergang übern Hawea Lake
12 Lake Wanaka mit Blick auf Mt Aspiring National Park
13 Coronet Peak
14 Franzi & Peggy mit Blick über Queenstown
15 Blick über Queenstown
16 Paragliding Jule
17 Milford Sound
18 Kuscheln zu dritt

Verfasst von: peggyjule | Juli 16, 2010

Wir machen reene

Die letzten 3 Wochen in Wellington waren sehr ereignisreich. Aber fangen wir mal von vorne an. Wir haben uns nach den ersten Nächten ein anderes Hostel gesucht, um endlich dem ständigen Umparken von McScreamy aus dem Weg zu gehen. Der eigentliche Grund warum wir jetzt schon in Wellington sein wollten, war ein versprochener Job in einem Hotel als Zimmermädchen. Wir sind dann voller Vorfreude in das Hotel gefahren. Dort teilte uns die Hotelmutti sehr emotionslos mit, dass sie momentan keine Leute suchen. Wir dachten uns nur: warum sind wir dann jetzt hier? Die nächsten Tage verbrachten wir damit nach einem Job zu suchen. Diese Vorhaben endete doch nur zu oft im Shoppingwahn :) Wenn wir mal nicht sinnlos Geld für Klamotten ausgaben, die sowieso schon lange nicht mehr in unsere Rucksäcke passen, erkundetetn wir die Stadt. So waren wir im Zoo, haben dort Giraffen gestreichelt und einen einbeinigen Kiwi gesehen, waren auf dem Mount Victoria und haben einen tollen Blick über die ganze Stadt bekommen. Mit einem Cable Car ging es zum Bontanischen Garten. Da wir ja alles mitnehmen was wir kriegen können, haben wir uns auch kulturell weitergebildet . So waren wir in der National Gallery of New Zealand und im Te Papa (Erlebnissmuseum für Groß und Klein).
Dem Regierungsviertel haben wir auch einen Besuch abgestattet inklusive kostenloser Führung durch die Gebäude und der Möglichkeit, den Abgeordneten beim regieren im House of Parliament zuzuschauen. Das war äußerst amüsant. Ständiges Gelächter und Klatschen – so werden in Neuseeland wohl Gesetzte gemacht.
Da es ja nun mit dem Job in Wellington nicht klappen sollte, haben wir nach einer Woche wieder unseren Rucksack gepackt, McSreamy beladen und wollten weiter crusen. Als wir gerade beim Frühstück saßen, kam die Hostelmutti auf uns zu und fragte: wollt ihr hier arbeiten? So musste unsere Weiterfahrt wohl doch noch etwas warten und wir haben überglücklich zugesagt. Nun hieß es für die nächsten 2 Wochen: WIR MACHEN REENE. 4 Stunden putzen am Tag, 6 Tage die Woche für freie Unterkunft. Ist nicht gerade ein super Stundenlohn, aber das war uns egal. So haben wir Toiletten, Duschen, Fußböden, Küche und den Club im Keller des Hostels täglich reene gemacht. Wir sind dann auch in ein anderes Zimmer mit anderen housekeepern umgezogen. 6 Leute auf 10m², Wäscheleinen im Zimmer, der Fußboden voller Klamotten kaum erkennbar, aber dafür einen eigenen Fernseher und einen atemberaubenden Blick über die Stadt.
Wir haben in kurzer Zeit so viele tolle Menschen kennengelernt die mit uns arbeiten, wohnen und feiern gehen. Ein bisschen wie ein internationales Ferienlager. Vertretene Nationen: Mexiko, Irland, Canada, Italien, England, Malaysia und USA. So wurde auch die Fußballweltmeisterschaft gefeiert und es dauerte gar nicht lange bis wir alle auf unsere Seite gezogen hatten und dann geschlossen mit deutscher Flagge auf den Wangen mitfieberten. Plötzlich war unser Lieblingsmexikaner Cesar der größte Deutschlandfan den dieser Pub je gesehen hat.
Die meisten anderen Abende verbrachten wir in unserem Stammlokal – Basement. Hier wurden wir am Ende persönlich vom Türsteher empfangen und haben uns die ein oder anderen RumCola schmecken lassen. Die Nächte waren sehr oft zu kurz und am nächsten Morgen versammelte sich die ganze Mannschaft inklusive Katerstimmung zum reene machen. Anschließend gabs meistens ein kleines Nickerchen, denn wir wollten ja alle abends wieder fit sein für die nächste Runde. Da die meisten Lokale in Wellington schon gegen 3 Uhr nachts schließen und wir zu dieser Zeit meistens grad erst warm gelaufen sind blieb uns die eine oder andere Nacht nichts anderes übrig als im Striplokal den Abend ausklingen zu lassen ;) . Zu unserer Entäuschung gab es leider nur weibliche Stripperinnen, aber wie ihr wisst nehmen wir ja alles mit was wir kriegen können. Ähnlich verlief dann auch mein (Peggy) Geburtstag. Morgens wurde ich von den Toiletten verschont und Abends wurde gut gefeiert. Es gab selbstgebackene Kekse von 3 Mädels die mit uns arbeiten und Geburtstagslieder in 4 verschiedenen Sprachen.
Doch wie in jeder guten Soap gab es bei uns kurz vor Schluss auch noch ein richtiges Drama. Alles begann mit 2 herrenlosen Flaschen mit feinsten Vodka und Whisky, die von mir (Jule) beim sauber machen in einem leeren Zimmer entdeckt wurde. Da Alkohol im Hostel strengstens verboten ist, fragte ich Tracy (sie hat mit mir und Phoebe die Zimmer sauber gemacht) was wir jetzt damit machen. Sie meinte wir könnten den Alkohol behalten. Die folgende Nacht wurde lustig und hatte jedoch am nächsten Tag bittere Folgen. Anscheinend war der Alkohol wohl doch nicht zum freien Verzehr der Mitarbeiter gedacht. Wir wurden gebeten die beiden (leeren!) Flaschen wieder abzugeben. Zunächst gab es für mich (Jule) & die beiden anderen Mädels die den Alkohol fanden nur eine Verwarnung, die später in einer Kündigung und einem Rauswurf aus dem Hostel endete. Was nun? Nach einstündiger Beratung haben wir uns dafür entschieden, dass Peggy nicht auch noch aufhört, sondern die letzten verbleibenden Tage im Hostel zu ende arbeitet. Ich musste jedoch in ein anderes Hostel umziehen. So wurden wir nach 100 Tagen gemeinsamer Reise von jetzt auf gleich von einander getrennt. Was für ein Alptraum! Aber wir haben die nächsten Tage gut gemanagt. Seit Montag haben wir Verstärkung aus Dresden bekommen. Franzi (Peggys Mitbewohnerin) wird uns die nächsten 2 Wochen begleiten. Die letzten Tage in Wellington haben wir noch einmal richtig ausgekostet. Shoppingtouren, Sushi essen und ein gebürtiger letzter Partyabend im Basement. Am Donnerstag Mittag ging es dann wehmütig, aber dennoch voller Vorfreude mit der Fähre auf zur Südinsel.

1 CableCar
2 Wir im Hafen von Wellington
3 einbeiniger Kiwi im Zoo
4 – 5 Mount Victoria
6 Te Papa
7 Regierungsviertel
8 Staffroom im Hostel
9 – 10 Blick über Wellington vom Hostel
11 Party im Basement
12 Blonde Unterstützung von Phoebe und Franzi
13 Südinsel wir kommen

Verfasst von: peggyjule | Juni 21, 2010

bye bye geliebte farm, hello roadtrip

Die letzte Woche haben wir noch einmal unser Farmleben in vollen Zügen genossen. Und wie sich das für wahre Farmer gehört, gestaltet man auch das Ableben einer Kuh sehr würdevoll. Die Nachbarskuh war leider hüftabwärts gelähmt und musste eingeschläfert werden. Da sie die Lieblingkuh der Familie war, fiel sie nicht dem Tierfutter zum Opfer, sondern ruht heute unter den grünen Wiesen der Weide. Also sind wir mit Trevi & Traktor hin gedüst, haben ein Loch gebuddelt und ihr hochachtungsvoll die letzte Ehre erwiesen. Die anfängliche Trauer dieses Morgens endete in einem nachmittäglichen Kaufrausch in der Stadt, der dann mit Kaffe und Kuchen abgeschlossen wurde. Am Freitag Abend ging es dann zu einem super-mega-deluxe-3-Gänge Dinner zu Freunden der Familie. Peggys Herz wurde von den 3 Katzen sofort im Sturm erobert. Voll genährt und kugelrund ging es nach dem Dinner auf eine Jagd der besonderen Art. Die einst in Sydney von uns gefütterten Oppossums waren nun Zielscheibe. Wer die meisten Oppossums an diesem Wochenende erschoss, gewann einen Preis. In Neuseeland sind diese kleinen Gefährten alles andere als erwünscht und eher eine Plage für Land und Leute. Und da wir ja hier alles mitnehmen was wir kriegen können, standen wir kurzerhand am Freitag Abend zu viert auf einem Pickup mit Schrotflinte gewapnet und durchforsteten den neuseeländischen “Busch”. An unserem letzten Farmtag besuchten wir mit Mutti und Vati die fielddays (größte Farmmesse Neuseelands).
Wir haben bisher noch gar nicht erwähnt, dass unser liebster McScreamy manchmal eine ganz schöne Heulsuse ist und ziemlich oft rumkränkelt. Angefangen von der nicht funktionierenden Heizung bis zum Kofferraum, der leider ohne Halteknüppel nicht offen bleibt, geschweige von dem Beifahrerfenster das lieber nicht mehr geöffnet werden darf, weil es nicht mehr hoch geht (dank elektrischen Fensterhebers).So haben wir die letzte Woche auf der Farm auch damit verbracht die Heizung zu reparieren, was leider erfolglos blieb =( Viel Zeit nahm auch das Suchen und Flicken der undichten Stellen in Anspruch, die unser Auto wöchentlich knöcheltief unter Wasser setzten.

Am Donnerstag ging es dann mit einem letzten Blumengruß von Vati auf große Reise. Mit einem völlig überladenen Karren, lautete der erster Stop: Tongariro National Park. Der Hostelvati schlug uns für den nächsten Tag eine “kleine” Wanderung vor. Das diese über 8 Stunden und 1100 Höhenmeter in Anspruch nehmen würde, haben wir wohl in diesem Moment einfach überhört. Und da wir ja wie gesagt alles mitnehmen was wir kriegen können, haben wir voller Vorfreude zugestimmt. Die kleine Wanderung nennt sich alpin crossing und führt an, dem aus Herr der Ringe bekannten Vulkan, Mordor vorbei. Als wir später am Abend mit Steigeisen und Eispickel ausgestattet wurden, ereilten uns die ersten Zweifel. Am nächsten Morgen ging es in aller Frühe auf zur großen Wanderung. Die ersten zwei Stunden ging es sehr gemächlich los. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch guter Dinge. Doch das sollte sich bald ändern. Spätestens als die Steigeisen und der Eispickel zum Einsatz kamen, gerieten wir außer Puste. Peggys Worte nach den ersten 10 erklommenen Höhenmetern: “Jule, ich glaub wir sind oben. Können wir jetzt unsere Nutellaschnitten essen?” Doch leider mussten die geschmierten Schnitten noch viele Stunde im Rucksack bleiben. Des öfteren hörte man den anderen Fragen: “Wer hat sich eigentlich diese Scheiße ausgedacht?” Der Aufstieg wurde immer steiler und windiger. Als wir dann nach 4 Stunden den höchsten Punkt erreicht hatten und eigentlich Erleichterung spüren sollten, schlug diese beim Blick auf den Abstieg schlagartig in Todesangst um. Dieses anfängliche Gefühl wurde sehr bald von der Zeitnot eingeholt, da der Abholzeitpunkt immer näher rückte, wobei die Strecke kein Ende nahm. Nach 8,5 Stunden über diese nicht ungefährliche Strecke erreichten wir gerade rechtzeitig unser Ziel. Im Hostel angekommen buchten wir erstmal 2 weitere Nächte um genügend Zeit zur Rehabilitation zu haben. Nach erfolgreicher Wiederbelebung verbrachten wir den letzten Abend in geselliger Runde mit Briten, Iren und Maoris im ein-minütig entfernten Pub.
Nun ging der Trip weiter Richtung Süden. In Wanganui wollte McScreamy einfach nicht weiterfahren. Nach dem der neuseeländische ADAC-Vati im Motorraum ein paar Schläuche gedrückt hat, konnte die Reise schließlich weiter gehen. Doch aus Angst, dass unser Karrn nicht wieder anspringen würde, fuhren wir einfach so weit wie möglich und endeten viel zu früh am südlichsten Punkt der Nordinsel: in Wellington.
Im Hostel lernten wir dann 3 nette Argentinier kennen mit denen wir dann das Nachtleben erkundeten. Dieses bietete mehr als erwartet, unter anderen ein Nackter auf dem Bartresen. Nach 3 Stunden Schlaf mussten wir am nächsten Morgen in Schlafanzug und Katerstimmung panisch unser Auto umparken. Wir sind gespannt was die Stadt noch so zu bieten hat.

1 Letzter Blumengruß vom Farm-Vati
2 Mt. Ngauruhoe – Mordor
3 Peggy beim Aufstieg
4 Jule beim Aufstieg
5 “Ja, genau, da oben muss er rein – der Ring”
6 Über den Wolken
7 “Frodo komm, wir haben es gleich geschafft!”
8 Höchster Punk unserer kleinen Wanderung
9 Abstieg
10 North Crater
11 Blick über Tongariro National Park
12 Raukawa Falls (auf der Fahrt nach Wellington)
13 Zentrale Hochebene der Nordinsel
14 “Wellington, wir kommen!”


Verfasst von: peggyjule | Juni 10, 2010

Auf Erkundungstour

Hier melden sich nun wieder die 2 Jungfarmer. Wir haben uns hier sehr gut ins Arbeits- und Familienleben auf der Farm eingelebt. Mittlerweile fahren wir neben dem Traktor auch Motorrad. Wir füttern und impfen Kühe als hätten wir unser Leben nichts anderes gemacht. Und trotz den vielen lustigen Tätigkeiten die wir hier auf der Farm erledigen blieb immer auch etwas Zeit zum Weitererkunden der Gegend. Travor (unser Farmvati) brachte uns 2 mal auf den Rainbow Mountain. Bei Tag hatten wir einen gigantischen Ausblick über die, von Vulkanausbrüchen geprägte Landschaft und bei Nacht sahen wir viele Glühwürmchen, die sich unter den Farnen entlang des Weges tummelten. Auf dem Touriprogramm standen auch Besuche in den sowohl natürlichen als auch angelegten heißen Quellen. Am Wochenende waren wir immer treue Fans bei den Rugbyspielen unserer Gastbrüder. Jule trat das ein oder andere Mal gegen Travor im Tennis an. An einem verregneten Nähnachmittag erwischte uns sogar ein kleines Erdbeben. Auf eigene Faust erkundeten wir Taupo mit den umliegende Highlights wie Craters of the moon (thermisch aktives Kratergebiet) und Hukafalls. Selbst ein Zahnarztbesuch steht nun mitlerweile auf der Erledigt-liste. Das reicht nun aber auch um das Gesundheitswesen hier mal kennen gelernt zu haben. Letztes Wochenende ging es dann auf einen längeren Trip Richtung Ostküste. Wir starteten am Samstag mit der ganzen Familie Richtung Napier. Dort verbrachten wir die Zeit mit dem erkunden der art decor Stadt, einem Kinobesuch und einem Abstecher ins National Aquarium. Hier begegnete uns auch NEMO und DORI. Die meiste Zeit verbrachten wir jedoch in einem Perlenladen. Ja sowas gibt es hier auch und unsere Herzen schlugen höher bei dem Anblick der bunten Kleinigkeiten. Wir haben Deutschland zwar nur mit einer Auswahl Ohrringen verlassen aber keine Angst umso mehr bringen wir von hier mit;). Nach dem Besuch des Farmermarktes in Hastings verabschiedeten wir uns dann von Vati und Co. und machten uns auf den Weg Richtung Gisborne. Hier wartete dann nach einer beschwerlichen, veregneten Fahrt ohne funktionierende Heizung in unserem McScreamy ein sehr schönes Hostel inklusive Katzentiere. Am nächsten Tag ging es dann weiter nördlich. Die Fahrt entlang der Küste bezauberte uns mit ihren beeindruckenden Buchten, Sandstränden und einem immer klarer werdenden Himmel. Ja es war warm, selbst in unserem kleinen fahrenden Kühlschrank. Unsere Fahrt endete an diesem Tag im Nirgendwo. Wir schliefen in einem Hostel, vollkommen abgeschieden von jeglicher Zivilisation, außer ein paar Tiere und eine unbefestigte Straße. Wir waren die einzigen Gäste und der Manager schlief die Straße runter in seinem eigenen Haus. So waren wir nun nicht weit vom East Cape entfernt in einem einsamen Haus, in dem keine einzige Tür zu verschließen war. Jule hat kaum ein Auge zu gemacht und die ganze Nacht versucht mit mir zu reden, was leider erfolglos blieb.Doch wir haben es gut überlebt und 4:30 war die Nacht auch schon wieder vorbei. Unser Ziel war es als erste Menschen an diesem Tag den Sonnenaufgang zu sehen. Wir haben es auch pünktlich zum Leuchtturm am East Cape (östlichster Punkt vor der Datumsgrenze) geschafft, doch leider teilten wir uns diesem Moment dann doch anders als geplant mit einer Busladung Chinesen. Auf dem Rückweg folgte eine Bucht der anderen und unsere Taschen füllten sich mehr und mehr mit diversen Muscheln und Hühnergötter. Wieder auf unserer geliebten Farm angekommen, begrüsste uns Travor mit den Worten “schön das ihr wieder zu Hause seid”.

1 Hukafalls
2 Jule auf dem Motorrad
3 Blick vom Rainbow Mountain
4 Blick vom Rainbow Mountain
5 WaioTapu
6 Waihau Beach
7 on tour
8 Brotzeit
9 Tokomaru Bay
10 Blick vom East Cape
11 Leuchturm am East Cape
12 Sonnenaufgang East Cape
13 Strand am East Cape
14 Blick über die Bay of Plenty

… zumindestens für die nächsten 3 Wochen. Ja ihr habt richtig gelesen aber mal ganz von vorn. Letztes Wochenende sind wir auf Jacquis (eine Arbeiteskollegin) Milchfarm umgezogen. Dort empfing uns ihr Mann Travor und die 2 Söhne Harry und Sam sowie 300 Kühe in unserem neuen Zuhause. Unser jetztiges Zimmer besitz Fenster und eine Tür und ist wie für uns gemacht, aber seht selbst. Am Dienstag nahmen wir uns, auf Grund eines besonderen Anlasses ;) einen Tag frei vom Praktikum um gegen 5 Uhr morgens aufzustehen. Der Plan sah vor mal EINEN richtigen Farmtag zu erleben. Und so geschah es, wir sind Traktor gefahren, haben Kühe gemolken und gefüttert und waren dabei, als 13 Tonnen Kiwis auf der Farm landeten. Die werden nun zum Füttern der Tiere verwendet, da sie für den Export zu groß oder zu klein sind. Welch Freude für uns, denn was für die Tiere gut ist kann uns ja auch nicht schaden;). Ja der Tag verging wie im Flug und Travor meinte wir sind die geborenen Farmer und so fiel der Entschluss.
Jacqui und Travor sind in so kurzer Zeit schon prima Ersatz-Eltern geworden. Trevor ist unser täglicher Farm-Vati, er lässt uns so ziemlich Alles selbst machen und erklärt alles ganz genau. Am Anfang wussten wir nicht so richtig, wie man seinen Humor zu verstehen hat. Doch mittlerweile wissen wir was er meint, wenn er sagt: “ich will noch schnell beten, bevor du den Traktor fährst”. Jacqui versorgt uns täglich mit außerordentlich köstlichem Abendessen, tägliche Rindportion und Schokinachtisch eingeschlossen.

Nach dem Jules Geburtstag mit einem leckeren Dinner auf der Farm und einem köstlichen alkoholischen Getränk in einer Pub in Gesellschaft von Gigi und Adrian zu Ende ging war dies gleichzeitig der Start in unser folgendes Farmleben. Einen Tag machten wir uns nochmal auf den Weg ins Büro und verabschiedeten uns von Roger und dem Stadtleben. Ab sofort brauchen wir weder Schminke noch Schmuck. Wir tragen die frische Landluft als Parfum, den Schutzoveral und die Gummistiefel als Ausgehoutfit. Das Gute daran ist, man kann sich mal so richtig dreckig machen! Aber schlimm ist das wir direkt die Sachen und Schuhe vom 12 Jahre alten Harry tragen.  Abends sitzen wir dann am hauseigenen Kamin trinken ne frische Milch und gehen früh schlafen. Heute haben wir das frühmorgendliche Molkritual aktiv mitgestalten und uns danach den Disteln gewidmet. Das bedeutet wir sind die Felder abgedippelt und haben sie mit einer rosa Fluessigkeit, die sich in unserem Plastikkontainerrucksack befand, besprüht. Ein lustiger Spaß der mit Muskelkater und einem komatösen Mittagsschlaf endete. Mittags ist dann Feierabend und wir haben den Rest des Tages Zeit uns weiter die Gegend anzusehen. So stand der Rainbow Mountain, der Okara & Tarawera Lake auf dem Programm.
Eines der tollsten Höhepunkt des letzten Wochenende war der Besuch im Kiwi Encounter, eine Aufzuchtstätte fuer Kiwieier. Hier haben wir unsere ersten und wohl auch einzigen echten Kiwis gesehen. Da sie vom Aussterben bedroht und nachtaktiv sind, sieht man sie kaum in freier Wildbahn. Diese kleinen Vögel sind ganz schöne ‘Rumdippler’ und sehr entzückend. Als kleines Andenken mussten wir uns gleich im Souvenirshop zwei eigene Plüsch-kiwis kaufen =)

1-3 Tarawera Lake
4 Okara Lake
5 Unsere kleine Farm
6 Unser Schlafgemach
7 Die neuen Farmer
8 Unsere neuen Freunde
9-13 Ein ganz normaler Arbeitstag
14 Kiwibad
15 Rainbow Mountain

Verfasst von: peggyjule | Mai 10, 2010

Julie and May

We would like to introduce ourselves: we are now May & Julie. Aber beginnen wir die Geschichte mal von Anfang. Die Neuseeländer haben die Angewohnheit E wie I auszusprechen. So wird aus “Peggy” oft ein kleines Schweinchen (piggy). So kam Adrian auf die Idee mir einen anderen Namen zu geben. Naja und da Jule hier Julie genannt wird, wobei sie aber im Mai Geburtstag hat, stand wohl fest wie ich ab sofort heißen sollte: MAY =)

Eine weitere Rotoruawoche ist vergangen mit 4 arbeits- und 3 ereignisreichen Tagen. Ingesamt war es ein sehr tierisches Wochenende. So gings mit einer PS über Stock und Stein, naja vielleicht war es auch nur eine halbe Pferdestärke, denn unsere Hottehüs waren wirklich sehr alt und lahm =) Am nächsten Tag gings zum Marshalls Animal Park, der sich jedoch als einfacher Streichelzoo heraus stellte. Aber wir hatten dennoch unheimlich viel Spaß mit Bambi, Schweinchen Babe und Co. Diese Liebe schien ganz und gar auf Gegenseitigkeit zu beruhen, so waren Schweine und Federviehcher ständige Verfolger. Das könnte vielleicht auch an unserem Futtermais gelegen haben, aber das ist wohl nicht zu 100 Prozent erwiesen. Der Besuch im Kuirau Park und die McLaren Falls, sowie das kleine Städchen Matamata (Hobbiton) standen auf dem Programm. Ein weiterer kultureller Höhepunkt war das Maoridorf Whakarewarewa, in dem noch heute Ureinwohner leben. Dazu gehörte eine Haka (Tanzvorführung) und ein Hangi (in heißen Quellen zubereitetes Essen). Wir waren besonders fasziniert von einem kleine Platz, an dem der Boden fast 40 Grad heiß war. Dort genossen wir, weit ab vom Touritrubel unseren köstlichen Maiskolben (Hangi). Doch die Stille währte nicht lange. Wir wurden von einer Busladung Chinesen überrannt. Als sie sich direkt neben uns die Schuhe auszogen und vor lauter Begeisterung dieser natürlichen Fußbodenheizung auf den Boden wälzten, suchten wir das Weite.

Auf Empfehlung einer Arbeitskollegin checkten wir am Wochenende den bekanntesten Club der Stadt aus. Die Lavabar entpuppte sich als perfekte Zappellocation. So blieben natürlich auch Kontakte zu echten gleichaltrigen Kiwis nicht aus, die uns mit einem “Isch libe disch” begrüßten. Um ihnen die wirklich wichtigen Wörter der deutschen Sprache näher zu bringen, lernten sie von uns “Hasipupsi”, was wir ihnen als “Arschloch” verkauften =)

Um euch einen kleinen Eindruck unserer täglichen Konversationen zu geben, hier ein kleiner Auszug:

  • Peggy: “Fahren wir jetzt rechts oder links? Sag mal Jule, waren wir hier schon mal?” (auf dem Weg vom Büro nach Hause in Rotorua, nach 3 Wochen)
  • Peggy: “Ach wenn du jetzt ein Bild machst, dann mach ich auch mal eins!” (1000 Fotos in einer Woche Sydney)
  • Jule: “The Kackpäp ist gone!”
  • Jule: “Ich muss explosionsartig aufs Klo. Wenn ich in 10 Minuten nicht zurück bin, ruf die Feuerwehr!”
  • Einfach nicken und grinsen und hoffen er hat keine Frage gestellt. (nuschelnde Kiwis)

1 Spaß mit Hottehüs
2 Rotorua See
3 Kuirau Park
4 Ja es wird Herbst in Neuseeland
5 Mutti und Vati im Tierpark
6 Jules Lieblingsschwein
7 der Tierflüsterer
8 Peggys Lieblingsbambi
9 McLaren River
10 Kaimai Mamaku Forest Park
11 McLaren Falls
12 Spaß mit Gollom
13 Spaß mit Maoris
14 Die Maorigrimassen scheinen abzufärben
15 China Invasion
16 Whakarewarewa Maori Village
17 Spaß an Brücke

Verfasst von: peggyjule | Mai 4, 2010

Familienzuwachs

Ihr Lieben, das Daumen drücken hat tatsächlich geholfen: wir haben unser eigenes Auto und sind überglücklich. Ein VW Golf aus dem Jahre 1988 ist nun fester Bestandteil unseres Lebens geworden. Zunächst waren wir jedoch etwas verhalten über unseren Neuzuwachs, denn anfangs war es sehr schwer das Auto zum Rollen zu bringen. Natürlich trugen der Linksverkehr und das Schalten mit der linken Hand auch dazu bei, aber das er an jeder Kreuzung abgesoffen ist, lies uns wie Fahranfänger fühlen. Jedoch zweifelten wir ausschließlich an der Funktionstüchtigkeit des Autos. Nach einigen Tagen stellten wir jedoch mit Erschrecken fest, dass wir bisher immer im dritten Gang angefahren sind und die Kurve im vierten gerade so bewältigten =) Den richtigen Gang zu finden stellte eine äußerst große Hürde dar, doch mittlerweile wissen wir wo sich der erste Gang versteckt. Trotz alle dem klingt unser neuer Freund beim Starten wie kleine schreiende Kinder im Motorraum. Daher trägt er seit ein paar Tagen den Namen McScreamy =) In nur einer Woche haben wir ihn schon sehr ins Herz geschlossen. Und um die Tradition fortzusetzen, haben wir McScreamy in den Sonnenbrillenclan aufgenommen, so wie es sich gehört für neue Freunde. Aber seht selbst.

Unsere Arbeitstage verlaufen in der Regel sehr entspannt: gegen halb/um 10 trudeln wir so langsam im Büro ein, dann wird erstmal ein Teechen gekocht, eine weitere Stunde wird mit emails checken + beantworten verbracht, danach arbeiten wir mal ein Stündchen und dann müssen wir erstmal Mittag essen =) Gewöhnlich (also eigentlich jeden Tag) gibt es Sandwiches, ein Maiskolben und ne Kiwi. Nach dieser Stärkung widmen wir uns erstmal wieder unserem Projekt. Damit die Arbeit aber nicht in Streß ausartet, gönnen wir uns in der Nachmittagssonne ein Käffchen (Peggy) und ein Muffin-to-go (Jule). Wir verlassen das Büro meist gegen 17 Uhr. Aber jede Ausnahme bestätigt die Regel, so saßen wir Mittwoch und Donnerstag bis 22 Uhr im Büro und haben ein Modell für einen Wettebewerb einer Maori Schule gebaut. Freitag haben dann kurz vor Abgabe 12 fleißige Hände das Modell fertig gestellt. Die nächsten Tage entscheidet sich, ob unser Büro den Auftrag bekommt.

Unser Wochenende begann mit dem Vorhaben mit Delfinen im Meer zu schwimmen. Dies führte uns nach Whakatane (ca. 80 km nordöstlich von Rotorua), wo wir mit Bedauern feststellen mussten, dass die Saison dafür leider schon vorbei ist. Nun erkundeten wir, leider im Regen, die Stadt. Auf dem Rückweg nach Rotorua machten wir einen Abstecher zum Tarawera Wasserfall. Der Weg dahin war sehr beschwerlich, eine einstündige Autofahrt auf unbefestigen Kiesstraßen machten unserem McScreamy ganz schön zu schaffen. Mutterseelenallein durchforsteten wir den neuseeländischen Urwald. Naja ganz so dramatisch wars nicht. Aber der atemberaubende Blick auf den Wasserfall und die faszinierende Natur entschädigte uns für die strapaziöse Autofahrt =)

Am Sonntag blieben wir Rotorua treu. Vormittags waren wir auf dem Wochenmarkt, später gings dann mit der Gondel zum Mt. Ngongotaha. Oben angekommen hatte man einen tollen Blick über Rotorua und den See. Einen kleinen extra Spaß verschafften uns die Rodelbahn und die dafür benötigten Helme.  Abends hatten wir dann einen Frisörtermin bei unserem personal fashion consultor Adrian (unser philipinischer Mitbewohner). Er kocht für uns, shoppt mit uns, holt uns von Arbeit ab, schneidet uns die Haare, gibt uns Stylingttipps und gäkert mit uns rum =) ein super Mutti-Ersatz auf ganzer Linie.

Die neue Arbeitswoche begann wieder sehr entspannt. Wir arbeiten an unserem Städtebauprojekt weiter und haben heute angefangen die Ladenbesitzer entlang der umzuplanenden Einkaufstraße zu befragen. Doch ihr könnt euch sicher vorstellen, wie das abläuft, wenn wir in Klamottenläden Umfragen machen sollen?! Natürlich sind wir dem Shopping-Wahn verfallen. Am Nachmittag haben wir uns mit Adrian zu einer weiteren Shopping- und Kaffee-trink-Tour verabredet. Natürlich während der Arbeitszeit =) Aber keine Sorge, Roger hat uns diesen Freifahrtsschein selbst erteilt. Da wir eh nicht bezahlt werden, können wir kommen und gehen wann wir wollen.

1 Rogers Haus
2 Leben hinter dem Vorhang
3 McSreamy am See
4 Peggy mit McScreamys Sonnenbrille
5 Büro
6 Modell bauen in letzter Sekunde
7  Lake Tarawera
8 Wir sind begeistert vom Tarawera Wasserfall
9 Gondelfahrt
10 Blick über Rotorua & See
11 Blick über Rotorua & See
12 Helmspaß
13 Fahrspaß (ohne Probleme beim Schalten =)

Verfasst von: peggyjule | April 26, 2010

Die erste Woche in Rotorua

Wollen wir mal zusammenfassen was die letzten Tage so schönes bei uns passiert ist. Mittlerweile haben wir uns immer mehr in Rotorua eingelebt und fuehlen uns nahezu heimig, hier hinter unserem Vorhang.

Ihr habt einfach zu wenig die Daumen gedrückt, denn der Golf ist leider doch nicht unser neuer Miep geworden. Das ist alles gar nicht so einfach ein billiges, noch intaktes Auto hier in der Nähe zu finden. Aber kommen wir zurück zu den Erlebnissen der letzten Woche. Nach dem der letzte Sonntag so entspannt aufhörte wie er angefangen hatte (nämlich mit ganz viel faulsein), ging es am Montag Abend nach Arbeit zum Zumba Tanzen. Gigi geht dort regelmäßig hin und hat uns überredet sie zubegleiten. Zumba ist hier ein sehr beliebter Tanzstil aus dem südamerikanischen Raum. Auf deutsch: es geht um zappeln, bis der ganze Körper wackelt =) Die 3-Maori Tanzlehrerinnen haben mit völligem Enthusiasmus die Massen zum beben und schwitzen gebracht. Es war wirklich total cool. Das Publikum reicht von jung bis alt, dick bis dünn. Da muss ich mich (Jule) wirklich nicht verstecken. Und Peggy ist natürlich total auf ihre Kosten gekommen und hat sich direkt vorgenommen, das ihren Kindern in der Schule beizubringen. Das wird nun für die nächsten 7 folgenden Wochen unser Montag Abendprogramm.

Zufälligerweise ist eine Kollegin aus dem Büro Yogalehrerin. So heißt es nun auch jeden Mittwoch BEWEGUNG auf hohem Niveau. So wird Anfang der Woche schön abgedanct, Mitte der Woche an- und entspannt und Ende der Woche ausgeruht =) So war zunächst der Plan. Doch diese Woche hieß es ab Donnerstag: Roadtrip mit Christian. Zu einem gut geplanten Trip gehört natürlich erstmal eine gute Vorbereitung. Für uns Frauen ist es das passende Accessoire dabei zu haben, natürlich konnten wir auch Christian da nicht außen vor lassen. Das nötige MUST HAVE der kleine Reise war eine ultimative Sonnenbrille =) natürlich echte Dolce & Gabbana Kopie. Überzeugt euch selbst – siehe Fotos. Gut ausgerüstet begann der Trip Donnerstag Nachmittag. Da Christian ein typisches Backpenner Auto fährt, gibt es leider nur 2 Sitze und ein Bett im hinteren Teil des Autos. So war eine von uns das NAVI und die andere durfte ein kleines Nickerchen im Kofferraum halten  =)  Da wir den gegebenen Anforderungen jedoch nicht immer so gerecht wurden wie vom Fahrer erwünscht, tauschten wir sehr oft die Plätze.

Chantalle (Christians Auto) führte uns nördlich von Rotorua bis hin zum Meer. Erst ging es nach Thames, danach nach Tairua und weiter nach Mt Maunganui. Auf dem Weg haben wir Berge bezwungen, zahllose Flüße überquert und einsame Strände erkundet =)  Von der täglichen Entdeckungstour sehr erschöpft schliefen wir jede Nacht in einem anderen kleinen Hostel.  Das letzte war im Besitz eines eigenen kleinen Whirlpools mit dampfendem schwefelhaltigem Wasser. Inklusive Glas Sekt in der Hand machten wir es uns dort gemuetlich. Am naechsten Tag fuehrte es uns dann zum Hot Water River, ein  fast 35 Grad heisser Fluss der uns, ganz versteckt im Wald, erneut zum baden einlud. Nach diesem Erlebnis ging es dann langsam Richtung Rotorua zurueck und wir verabschiedeten uns etwas wehmuetig von Chantal und Christian. Danke fuer die schoenen Tage.

Jetzt sind wir natuerlich auf den Geschmack gekommen und brauchen noch viel schneller ein Auto um uns dann auch auf den Weg machen zu koenen, den Rest der Nordinsel zu erkunden.

1 Die Sonnenbrillencrew
2 Blick vom Berg in Thames
3 Wir
4 Blick vom Berg in Thames
5- 7 Spass am Strand
8-11 Cathedral Cove
12 Waihi Beach
13 Mt Maunganui
14 Blick auf den Green Lake (in der Naehe von Rotorua)
15-16 Hot Water River
17 Gamstone Bay

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